Begegnungen | #1 ME

Social Media ist Fluch und Segen gleichzeitig. Begegnungen im Netz gehören inzwischen zur Tagesordnung. Besondere Begegnungen im echten Leben sind jedoch fast schon eine seltene Besonderheit geworden. Eine Netzfreundschaft ist nicht vergleichbar mit einer gereiften Freundschaft im richtigen Leben – behaupte ich mal. Früher nannte man es Brieffreundschaft – heute fliegen die Briefchen durch den Messenger kreuz und quer. Oder über die Kommentarfunktionen von Instagram, Twitter und Facebook.

Natürlich ist da jeder User anders gestrickt und handhabt den Umgang mit den „neuen Freunden“ auf seine ganz persönliche Art und Weise.

Virtuelle Begegnungen

Als mehr oder weniger fleißige Bloggerin und eher einzuordnen in der Rubrik der realistischen Instagrammer, ist mir der Umgang mit Social Media nicht unsympathisch. Ich lerne neue Accounts und Blogs kennen, und manchmal auch die Personen und Geschichten dahinter bzw. deren virtuelle Welt. Hin und wieder hat man das Gefühl, man darf auch hinter die Kulissen blicken – wenn mal wieder ein #10factsaboutme die Runde macht. Andere hingegen, pflegen wiederum einen sehr verschlossenen Umgang mit dem Medium … ich kann es verstehen!

Auch ich habe in der virtuellen, digitalen Welt meine Grenzen und bewege mich lieber in einem von mir selbst gesteckten Rahmen. Ich mache einen Unterschied und differenziere zwischen „Öffentlichkeitstauglich“ und Privat. Mein Leben ist zu 99% unspektakulär. Trotzdem überkommt es auch mich hin und wieder, und ich trage mein Herz offener auf der Zunge bzw. in den Fingerspitzen. Ich möchte dennoch authentisch sein und bleiben, und mich nicht verstellen müssen. Dazu schätze ich den Austausch und die digitalen Begegnungen zu sehr, um hier ein Schauspiel zu veranstalten. Das bin dann nicht mehr ich …

Begegnungen im richtigen Leben

In den letzten Wochen bin ich über so manchen Facebook-Blogger-Instagram-Account auch im richtigen Leben gestolpert. Es waren ausgemachte „Blind-Dates“ oder Warenübergaben über das tolle Netzwerk der Wiener Wunderweiber, zu denen ich mich dazu zählen darf.

Es gab also einerseits diese Quickis in Form von Walnuss-Übergaben, und dann aber auch richtige Treffen mit richtig Tratschen und echten, lebensnahem Austausch unter Mamas, Bloggerinnen, Workingmums, Freundinnen. Ich schreibe hier bewusst Freundinnen, da es mir bei den Blind-Dates vorkam, als würden wir uns wirklich schon lange kennen. Gemeinsame Bekannte, gemeinsame Interessen, gemeinsame berufliche Parallelen, zu viel war zufällig gemeinsam, dass man fast schon das fürchten bekam. Zu viele Zufälle auf einmal! Ganz ganz spooky … und so wunderbar!!!

Begegnungen die bleiben

Die Pflege von Freundschaften ist etwas ganz spezielles, und definitiv nicht ganz einfach. Die Freundinnen die einen ein Leben lang begleiten, kann man oft an einer Hand abzählen. Ich darf mich glücklich schätzen und mir sind sogar Kindergartenfreundinnen geblieben. Es trennen uns zwar einige Kilometer, die schaden aber der Freundschaft – Halleluja – nicht!

Und dann gibt es neue Freundschaften, die die veränderten Lebensumstände mitbringen. Niemals hätte ich gedacht, dass ich beim Umzug aufs Land gleich ein ganzes Rudel neuer Mädls kennen lernen werde, die in kürzester Zeit zu Freundinnen wurden! Gerade, wenn man wo neu ist, fällst es oft schwer Anschluss zu finden und Kontakte zu knüpfen. Wir kannten eigentlich niemanden hier – uns hat der Zufall in diesen Ort gebracht. Und deshalb ist es umso verwunderlicher gleich von Beginn an auf Menschen zu treffen, die quasi auf der selben Welle sind, und sich unmittelbar Freundschaften daraus entwickeln.

Begegnungen – was bleibt wirklich?

Oft würde ich mir mehr Zeit zur Freundschaftspflege wünschen. Manchmal auch nur Verständnis dafür, dass sich einfach nicht mehr ausgeht, als dass ich aktuell geben kann. Es ist oft eine Gratwanderung, zwischen Wunsch und Bedürfnis. (Das kommt mir bekannt vor! Das war doch schon mal bei den Kindern Thema, oder??). Das Leben und die Lebenswege bringen es oft mit sich, dass wir irgendwo abbiegen, wo der Freund oder die Freundin nicht hin will. Manchmal trifft man sich an einer anderen Kreuzung wieder. Manchmal nicht. Ab und zu früher und gelegentlich auch später. Und es kommt auch vor, dass sich die Wege vermeintlich für immer trennen.

Ich freue mich wenn Freundschaften bestehen bleiben, auch wenn die Zeit knapp ist. Man muss sich nicht regelmäßig hören und sehen … es dürfen gerne Wochen, Monate – manchmal sogar Jahre vergehen. Richtige Freundschaften halten das aus – das Wiedersehen wird sein, als wäre das letzte Treffen erst gestern gewesen.

In diesem Sinne …
Ich freue mich, wenn wir uns wiedersehen!

 

3 Kommentare

  1. I will a an Kaffee mit dir trinken gehen 😉

    Aber es stimmt schon, was du schreibst. Ich erzähle von meinen virtuellen Freundschaften/Bekanntschaften oft, als wären wir im „echten“ Leben auch unterwegs – klar ist es in erster Linie das Bloggen bzw die Interessen, die verbinden, aber wenn die „Sprache“ auch noch passt, bedeuten sie mir dann schon auch was. Genauso wie ich auch andere Blogger unsympathisch finde, obwohl ich sie überhaupt nicht kenne.

    Andersrum im echten Leben: eine meiner besten Freundinnen wohnt zwar nur in München, aber wir sehen uns nicht so oft – sie Karrierefrau mit Fernbeziehung und ich das krasse Gegenteil. Aber es passt einfach.

    Und dann gibt es wieder Leute, die gehen mit einem ein Stück und dann geht man wieder getrennte Wege… Im Grunde ist mir jede Konstellation recht, solang ma koana am Oasch geht 😉

    Glg Uli
    Btw bist du bei uns die Osttirolerin, find ich aber besser wie unsere Klorollen-Frau 😉

    • Mensch uli! Der kaffee ist echt fällig sobald i mal im westen aufschlag!!! Du bist eine von denen … I hätt da eine idee … Da schreib i dir aber lieber mal ne mail. Ist noch nicht ausgereift … Also könnts mal wieder etwas dauern! 😉 bleib mir treu … Deine oschttirolerin

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