Büro DIY | Homeoffice für die Workingmum.

Wenn man sich ein altes Haus samt Inhalt kauft, bleibt man selten vor Überraschungen verschont. Es gab bei uns ja einiges zu entdecken. Da war zum Beispiel der Erdkeller, unter der aktuellen Küche (ehemals Abstellraum für, sagen wir alles, wirklich alles, das im Haus keinen Platz gefunden hat). Nachdem der Raum leer geräumt war, haben wir den Zugang zu diesem Keller entdeckt. Dort gab’s natürlich auch viele Überraschungen, der war bis oben hin angefüllt – wen wunderts, dass im Raum darüber gleich weiter gelagert wurde. Tja! … Und dann war da noch dieser Nebenraum mit der grünen Tür. Dort haben wir mein zukünftiges Büro gefunden. Sachen gibt’s … Tztztzsss.

Unser Haus ist ja in den letzten Jahren gewachsen bzw. hat an Wohnraum dazu gewonnen. Ursprünglich war kein wirkliches Arbeitszimmer vorgesehen, dennoch hatte ich plötzlich dringenden Bedarf an einer eigenen Ecke. Ich startete nämlich mit meiner „Näh-Karriere“, dem nähen meiner Körberln aus Seil. Und organisiert wie ich bin, wollte ich meinen eigenen Arbeitsbereich dafür haben. Irgendwas „aufgeräumtes“, flexibles und vielseitig verwendbar. Gerade wenn eine Nähmaschine mit im Spiel ist, wirds kompliziert am Küchentisch. Immer das her- und wegräumen. Das selbe mit dem Laptop. Nix kann man stehen lassen. Wenn das Baby mobil wird und zwischen den Seilen und Kabeln am Boden herumturnt, ist das auch eher unlustig. Deshalb kam mir unser Fundstück gerade recht, denn ich hatte mal wieder eine Vorstellung für ein DIY.

Wo findet man ein Büro?

In unserem Fall hab ich mein aktuelles Homeoffice, mein Nähzimmer, mein Büro, Geschenkeversteck – ach es hat viele Funktionen – im ehemaligen Heizöl-Raum gefunden. Ein Schrank. Ein schöner alter Schrank. Natürlich war auch dieser Raum gut gefüllt. Vom Duft mag ich euch gar nicht erst erzählen. Und vom Innenleben des guten Stücks war vorerst nix zu sehen, weil natürlich auch bretteleben voll mit Stoff oder Stoff und genau – Stoff war da auch noch. Perfekter Lagerort für Stoff. OK, den Stoff haben wir entsorgt. Alles andere aus diesem Raum auch. Nur den Schrank haben wir behalten. Der GGHH hat zwar gemeint, den Gestank bekommen wir niemals raus. Ich hab ihm das Gegenteil bewiesen. Dank vier Dosen Febreze innerhalb eines dreiviertel Jahres, bin ich über dem Geruch Herrin geworden. Der Schrank durfte ins Haus und in die neue Küche übersiedeln und wurde „ausgeboandlt“ und upgegradet.

Und wie wird da jetzt ein Büro draus?

Unsere Phantasie kennt ja keine Grenzen. (Sonst hätten wir auch nicht bei diesem Haus zugeschlagen!) Wir hatten ein ähnliches Projekt bereits in unserer Wiener Altbauwohnung. Da wurde das im selben Stil gelöst. Der Unterschied: Das Büro kam in den Türrahmen einer hohen Altbautür, also die tieferen, die zwischen den Kaminschächten. Ihr wißt welche ich meine. Da passte damals ein Schreibtisch vom blauen Schweden Milimetergenau rein. Darüber hat mir der GGHH einfach Regale eingebaut, so das nix mit der Kastentür verschraubt werden musste, weil wir wollten ja keinen Schaden hinterlassen. Tür auf – Büro offen. Tür zu – Büro geschlossen. Perfekt. Auf der Rückseite des sogenannten „Büro“ war unser Schlafzimmer und der Kleiderschrank.

Büro und so …

Beim Schrank aus dem Heizkammerl haben wir alle Regalteile aus dem Altbautür-Büro wieder verwenden können. die Breite der Regalböden und die Seitenwände hatten das perfekte Format (Ordner-hoch). die Höhe war variabel. Lediglich die Arbeitsplatte war ein komplexeres Thema, vormals hatte ja ein kleiner Schreibtisch die Arbeitsfläche geboten.

Aber der GGHH ist ein ganz ein geschickter. Er hat einfach eine Arbeitsplatte dazu gebaut. Mit Scharnieren auf einem Regalbrett verbunden, so das sie nach oben und nach unten aufgeklappt werden kann.

Will ich arbeiten, nähen oder basteln, gibt es Füße, die ich links und rechts andocke und mit einem Holzbalken quer miteinander fixiere und somit stabilisiere. Das muss ich nur machen, wenn die Kinder in der Küche unterwegs sind, falls doch eines der beiden glaubt, zwischen meinen Beinen herumturnen zu müssen.

Will ich nur schnell etwas erledigen, hab ich weiter oben einen freien Platz, wo einfach nur der offene Laptop Platz hat, und Kleinigkeiten ohne große Umbauarbeiten machbar sind.

Bin ich auf der Suche nach irgendwas, kann ich die Arbeitsfläche mit einem Hacken oben befestigen, und mich fröhlich drunter durch meine Kisten wühlen, ohne ständig das Brett am Kopf aufliegen zu haben … sehr praktisch! 😉

On Top ist das ganze Ding auch noch verkabelt und beleuchtet. An Strom mangelts nicht, und an Licht ebenso wenig. Da schaut der GGHH auf sein Weiblein.

Wenn die Arbeitsfläche nicht gebraucht wird, ist sie einfach nach unten geklappt und die Schranktüren lassen sich problemlos schließen. Maßarbeit!!!

Warum ich mein Büro so liebe?

Wir haben wieder ein Möbelstück mit Geschichte aus dem Haus, in unseren  Hausumzubau zurück geholt. Ursprünglich (also während meiner ersten Karenz), war dieser Arbeitsplatz ausschließlich mein „Nähzimmer“. Inzwischen hat der Laptop die Nähmaschine fast zur Gänze abgelöst. Wie man sehen kann stehen oben am Schrank noch ein paar Meter Seil … meine Restbestände. Ein Zeichen für ein sanftes Fade-Out für dieses Projekt … eine spannende Zeit, aber alles hat eben seine Zeit. Aber zur Zeit gibt’s Anderes, Wichtigeres …

Mein Schrank ist für mich ein kleiner Rückzugsort, obwohl der Ein- und Ausgang nur aus zwei Schranktüren besteht. Dahinter befinden sich meine mir wichtigsten Dinge. Hier lagern Erinnerungen, Notizbücher, Briefe, Tagebücher … Zettel, Karten, Bürokram. Dinge des täglichen Gebrauchs genauso wie Notizen aus 1990 oder so … er ist sozusagen auch ein kleines Raumwunder!

Dort muss es nicht aufgeräumt sein. Ist der Kasten zu, sieht keiner mein Chaos, nicht mal ich. Gelegentlich überkommt es mich und ich räum auf und um, kleb ein bissl Deko da oder dorthin, manchmal passiert das. Nicht oft.

Workingmum im Homeoffice

Gerade neben den Kindern ist es nicht immer leicht zwischendurch dem Broterwerb nachzugehen. Wenn wichtige Dinge zu erledigen sind, dann hoffe ich meistens auf ruhige Abende bzw. nutze den Vormittagsschlaf vom kleinen Buben. Noch funktioniert das recht gut. Ist aber dann doch etwas wichtiger und kann nicht verschoben werden, öffne ich einfach meinen Schrank, starte meinen Rechner und kann fast unbemerkt schnell die ein oder andere Email verschicken. Würde ich meinen Laptop am Esstisch aufklappen, wäre das für meine beiden Rabauken quasi die Einladung – Mama schaut mit uns Videos. Nein, macht sie nicht. Öffne ich meinen Rechner im Schrank, akzeptieren sie das meistens ziemlich klaglos. Hab ich alles erledigt, wird der Kasten wieder zugemacht.

Für mich/uns ist das eine praktische Lösung. Ich muss das Zimmer nicht verlassen, bin aber doch für ein paar Minuten ungestört in meinem Schrank verschwunden. Es wird bestimmt einfach, wenn die beiden älter werden … oder???

Wo erledigt ihr eure persönlichen Dinge oder Homeoffice zu Hause? Habt ihr einen Arbeitsplatz, ein Arbeitszimmer? Gibts vielleicht ähnliche Lösungen in eurem Zuhause? Ich bin neugierig!

In diesem Sinne … zeigt her eure Arbeitsplätze!

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