Stressfaktor Workingmum. Ich und meine Top 3!

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Bin ich als Workingmum ein Stressfaktor? Möglicherweise für mein Umfeld! Ich hab mich ja letztens ziemlich ausgelassen zum Thema Stress, Freizeit und ob arbeitende Mamas und arbeitende Nicht-Mamas jammern dürfen. Dennoch möchte ich dieses Thema erneut strapazieren und meine Top 3 Stressfaktoren als Workingmum schriftlich festhalten. Für mich und unsere Kinder, zur besseren Dokumentation des aktuellen Ist-Zustands und weil man sich ja hinterher an nichts mehr erinnern kann. Mir gehts zumindest so. Schon klar – alles selbst gemacht, alles selbst ausgesucht.

Stressfaktor #1 – Reifenplatzer

Warum stresst mich ein Reifenplatzer? Ich habe in den letzten Monaten reichlich Erfahrung gesammelt mit diversen Defekten bei den verschiedensten Fahrzeugen im heimischen Fuhrpark. Der Reifenplatzer steht für „Mobilität“. Die ist für mich wesentlich. Wir wohnen erstens am Land, und zweitens bin ich somit auf ein einsatzbereites Fahrzeug angewiesen. Das mal so Allgemein zu dem Thema.

Jetzt hatte mein Auto einen Reifenplatzer, was bedeutet: Auto in die Werkstatt und reparieren lassen. Was weiter bedeutet, wie stell ich das logistisch an mit den zwei Kindern (GGHH auf Dienstreise), denn die Werkstatt befindet sich ja nicht im Nachbarhaus sondern im Nachbarort. Der Reifen ist platt, da muss zuerst Luft rein. Das Wetter spielt auch eine Rolle, weil zweimal (nach Adam Riese) fahr ich mit den Kinderwagen die Strecke zwischen Heimathafen und Werkstätte. Oder eben die Flexibilität, Freizeit und Stress-Status der potentiellen Chauffeure und Chauffeusen wird strapaziert. Tja – alles selbst ausgesucht. Nur den Nagel im Reifen nicht!

Wenn dann auch noch der heißgeliebte, ständigbewegte, 10jährige Retro-Bugaboo Frog einen Reifenplatzer hat, dann brennt der Hut. Mit einem Buggy 4000 Schritte, quer durch die Weinberge in die Nachbarortschaft zu holpern, stresst nicht nur die schiebende Mama, sondern auch das bewegte Bubenkind. Sorry, das geht nicht, das würde das Jugendamt auf den Plan rufen.

Und dann gibts da noch der Fuhrpark des Mädchenkindes. Hui, da darf aber wirklich überhaupt kein Rädchen fehlen, sonst Krise pur! Erklär mal einer einer 3,5jährigen, dass Laufrad fahren grad nicht drinnen ist, weil Mama den Boliden nicht reparieren kann? (wo wir schon wieder bei den Rabenmutter-Geständnissen wären! Lügen, lügen, lügen!). Können und Wollen sind hier zwei wesentliche Aspekte, die in Stresssituationen nicht zu unterschätzen sind. Das Mädchenkind will nämlich stundenlang durch die Gassen ziehen mit Roller, Laufrad und Fahrrad gleichzeitig. Da ists gut wenn ein Gerät ausfällt, weil wer sein Mädl liebt, der tragt, schleppt, hängt sich um und spielt den Packesel für Kinder UND Fuhrpark. Und da wären wir schon wieder beim rollenden Kinderwagen und dem seinem Reifenplatzer. Am Buggy kann ich mir solche Spompanadln aufzeichnen … ja, sowas stresst mich, obwohl selbst ausgesucht!

Stressfaktor #2 – Überfluss

Weniger ist mehr. Das beginnt im Kleiderschrank der Eltern und endet im Kleiderschrank der Kinder. Seit März leben wir Eltern quasi aus dem Koffer, 3 Schubladen und einer 1m-Kleiderstange für Hemden und Jacken. Herrlich dieses Gefühl dieser „capsule wardrobe“ – ist grad total im Trend, wusste ich nicht! Wozu ich mir einen begehbaren Kleiderschrank wünsche, ist mir (in dieser Sekunde) ein Rätsel. Achja – da gibt es kistenweise Fetzen in Wien, die auf die Rückkehr in den heimischen Kasten warten. Zur Zeit ist die Qual der Wahl bei mir überschaubar, deshalb null Stress.

Aber das Mädchenkind – WOW – da quellen die Regale über. Verkleiden ist eine Sache, aber ein Mädl täglich 10x umziehen lassen ist eine ganz andere Liga! Im Grunde könnt es mir ja wurscht sein, soll sie halt, kein Problem. Sie weiß nur leider selbst oft nicht was sie will, und sie weiß es dann auch oft 10x nicht … aber da müssen wir durch – gemeinsam. Weil noch sind ihre Regale in für sie, nicht erreichbarer Höhe. Pädagogisch und Montesoritechnsich ganz, ganz schlecht. Wohnraumtechnisch aber aktuell nicht anders möglich. Definitiv Stress pur!

Auch so vergehen die Tage der WorkingMUM mit viel Tagesfreizeit und wenig Stress. Dazwischen turnt noch ein kleiner Bub herum, der grad die Welt und seine Schwester nicht versteht – und im schlimmsten Fall auch noch müde ist. Die Lösung des Problems: Gwand reduzieren! Alles was nach Knackwurst aussieht sofort heimlich verschwinden lassen. SOFORT. UND UNBEOBACHTET! Sonst Stress. Aber, eh auch selbst ausgesucht. Den Buben sanft zum Schläfchen nötigen … definitiv kein Stress.

Dieses Überfluss-Thema lässt sich auch auf andere Bereiche des täglichen Lebens umlegen. Besteck, Kakaotasse, Teller, Trinkflasche, Zahnpasta, Zahnbürste, Duschcreme, … wieder absolut null Stress für die routinierte Workingmum.

Stressfaktor #3 – Unvorhersehbares

Ja, dieser Punkt könnte Bücher füllen. Als Workingmum ist man ja ein Organisationstalent. Deshalb hatten unsere Kinder bis vorletzte Woche noch keinen Pass. Weil ich es nicht auf die Reihe gebracht habe, mit den beiden Wilden in die Stadt zu fahren, um entsprechendes (fahndungstaugliches) Bildmaterial anfertigen zu lassen, um endlich diese furchtbar wichtigen Dokumente für die zwei zu beantragen (Wir waren noch immer nicht am Meer – und bei der Fahrt übers deutsche Eck verstecken wir die Kinder hinter den abgedunkelten Scheiben!)… Ja, mich stresst es tatsächlich mit zwei Kindern im Schlepptau (im Kinderwagen und an der Hand), alleine, im öffentlichen Raum unterwegs zu sein! Beide sind stimmungstechnisch nicht berechenbar. Hunger, Durst, Müdigkeit, Blasendruck … alles Faktoren, die Mama gerne am Radar hat. Lieber mach ich das gemeinsam mit dem GGHH, aber der war auf Dienstreise und ich war kurzfristig geistig umnachtet.

Der Bub war müde, deshalb friedlich im Kinderwagen gesichert. Das Mädl war motiviert (Belohnungsandrohungen funktionieren immer – Pädagogische Katastrophe!!!). Das Wetter war unvorhersehbar! Wir haben in Summe drei Sprints hingelegt – bei 30 Grad im Schatten und bei anrollender Gewitterfront. Vom Auto zum Fotostudio, vom Fotostudio zum Passamt und von der Eisdiele zum Auto. Das Mädl teilweise auf der Hüfte, teilweise neben mir laufend (und weinend, weil Blasen auf den Füßen, weil Socken boykottiert) den Kinderwagen über das Kopfsteinpflaster von Krems vor mir her. Wir wurden sogar angefeuert – dem Mädl hats (unter Tränen) gefallen.

Wir sind trocken geblieben – abgesehen vom Schweiß (gemixt mit den Tränen vom Mädchenkind) der in Sturzbächen an mir herunter lief … Der Mann vom Passamt war beeindruckt. Innerhalb von Sekunden ging die echte Sintflut nieder. Aber wir haben jetzt Pässe für die Kinder und können mit ruhigen Gewissen die Grenzen passieren. Ich weiß jetzt, daß der Bub kein Eis mag. Und im Keller steht frisch eingekochte Erdbeermarmelade.

Als wir wieder zu Hause angekommen sind, haben beide Kinder im Auto geschlafen. Ich durfte die zwei schlafend ins Haus via Wickeltisch und Pipibox ins Bett transferieren. Total stressfrei natürlich. Sie hat durchgeschlafen. Er ist wach geworden … umgekehrt wärs stressfreier gewesen. Aber ja, selbst ausgesucht. Zur Feier des Tages hab ich dann das Babyphon auf die Terrasse gestellt und ein Bier aufgemacht. Das Duschen hab ich gecancelt. Weil der Klassiker wäre jetzt noch gewesen, dass das Mädchenkind aufwacht und auf Einschlafbegleitung pocht. Und das wollte ich mir, so organisiert wie ich bin, einfach nach diesem Tag ersparen.

Jeder Tag ist anders

Dem aufmerksamen Leser ist vielleicht aufgefallen, dass bei keinem der Stressfaktoren die „Arbeit“ im Fokus stand. Ich muss zugeben, das finde ich persönlich jetzt gerade etwas erschreckend – hatte ich denn nicht nur einmal das Gefühl in meiner vollzeitberuflichen Historie, vom Stress nur so getrieben worden zu sein … Ahhhh. Wie Schuppen fällt es mir grad runter – ich bin ja nur TEILZEIT. Daran liegts – fixo. Merke: Teilzeitarbeit bring die Work-Life-Balance zurück! Ja, des Rätsels Lösung.

Was will ich euch eigentlich mit diesem Blog sagen:

Es ist komplett wurscht ob ihr Kinder habt oder keine, und es ist mindestens nochmals soviel wurscht ob ihr Teilzeit arbeitet oder Vollzeit+. Den Stress macht man sich ganz individuell und exklusiv für sich persönlich ganz alleine. Es geht nämlich um den Zugang und die innere Einstellung rund um die potentiellen Stressfaktoren.

Was muss ich mobil sein – verbring ich halt 3 Tage mit den Kindern entspannt zu Hause. Kompett egal. Milch und Brot gibts beim Bäcker ums Eck. Bei einem medizinischen Notfall muss man eh die Rettung rufen. Ist so.

Dieses Gedingse um Überfluss. Halleluja, sind wir doch dankbar! Natürlich ist weniger mehr. Aber muss ich mich wegen 10x umziehen in den Wahnsinn treiben lassen. Nein – sie darf! Aber irgendwann verdreht bestimmt die pädagogisch best geschulteste Mama die Augen, oder??? Heidelbeerjoghurt, Zahnpasta, Tomatensauce und co. befinden sich dann halt auf 10 Leiberln … Mama wascht eh. Deshalb hat Mama auch kein Problem mit der „capsule wardrobe“ … immer alles gewaschen!

Unvorhersehbares passiert alle Tage. Kein Tag ist wie der andere. Mal steht man mit dem linken Fuß auf, mal hüpft man mit beiden Beinen leichtfüßig aus dem Bett. Mal weckt einen das eine Kind, mal das andere … mal die innere Uhr. Entspann dich bitte, Workingmum.

Zusammenfassend ein kleiner Tipp am Rande: Coffee first! Und dann alles andere …
Weil, wenn die Kaffeemaschine nicht mehr funktioniert, dann sind diese drei Stressfaktoren ein Lerchalschaß!

In diesem Sinne – nicht stressen lassen ….

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