Workingmum, bitte hör auf zu jammern!

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Du hast es dir ja selbst ausgesucht. Hat dich ja niemand dazu gezwungen. Selbst schuld! Also bitte hör auf zu sempan – und für die, die das Wort nicht verstehen: jammern ist hier gemeint! So, oder so ähnlich hört Mama es immer wieder mal. Entweder direkt oder durch die Blume. Ja, so ein Leben als Workingmum hat so seine Tücken – zwischenmenschlich! Deshalb gleich vorweg – liebe Workingmums – bitte nicht jammern. Bringt nix.

Eine Workingmum hat keinen Stress

Null Stress. Was ist Stress?
Die Work-Life-Balance ist 100% in Waage!

Nein, aber jetzt in echt! So ausgeglichen und entspannt war ich selten in meinem Leben! Das Mama-Sein und aber auch Arbeiten gehen ist quasi ein Waldspaziergang mit Vogelgezwitscher. Familienleben und Haushalt schaukelt sich so nebenbei. Logisch. Deshalb geht Mama ja arbeiten. Weil ihr wär ja sonst langweilig zu Hause. Die kleinen Herausforderungen zwischendurch nimmt Mama mit links, blind und rückwärts.

Wird ein Kind krank – bleibt halt jemand zuhause. Logisch. Werden zwei Kinder krank, ist das dann wie Urlaub. Wird Mama oder Papa krank … Ja, dann hat man den Jackpot geknackt! Ist ja eh auch der gesunde Papa/die gesunde Mama da und total flexibel. Die Kinderbetreuungslogistik ist auch extrem locker-leiwand – überhaupt als Pendler. Im Auto und im Zug haben Mama und Papa eh ausreichend Zeit ihre Batterien aufzuladen. Me-Time nennt man das dann. Voi supa!!! Ach was – die Batterien sind eh immer im grünen Bereich. Deshalb hab ich Kinder … es warat nur wegen der Work-Life-Balance.

Eine Workingmum hat viel Freizeit

Schlafen wird überbewertet.
Duschen wird überbewertet.
Aufs Klo gehen, sowieso.

So viel wie ich Pintereste, Instagramme und Facebooke, achja und alle heiligen Zeiten mal ein Blog poste, da darf ich mich über mangelnde „Freizeit“ wirklich nicht beklagen. Wir renovieren gerade auch noch unser Haus und haben einen relativ großen Garten. Alles selbst ausgesucht. Genau. Ich weiß zwar nicht mehr welches Buch ich zuletzt gelesen habe – abgesehen von diversen Sandmann-Büchern, Märchen und Pipi Langstrumpf? Ich schlafe bei der ZIB2 (Winterzeit) noch bevor Armin oder Lou die Begrüßungsworte zu Ende gesprochen hat. Und die ungelesenen „Falter“ stapeln sich inzwischen in gefährlicher Höhe. Aber ich hab irre viel Freizeit.

Wenn ich Freizeit habe, dann höre ich den Kindern beim Schlafen zu. Tröste und schaukle sie, wenn sie in der Nacht aufwachen. Entferne Spieße, suche Pflaster, Globuli oder Bestechungs-Zuckerln. Male, Bastle, spiele Fußball … flicke Hosen und Lieblingsleiberln … und gehe Mama-Shoppen aka Wochengroßeinkauf machen – ohne Kinder. Manchmal setz ich mich auch nur mit den Nachbar-Freundinnen zusammen und wir jammern, ähhhh tun wir nicht!!! Wir reden über die Kinder oder anderen Trash aus unserer Wisteria-Lane ähhh Weinbergstraße. Haushalt, Kochen und so Sachen mach ich natürlich auch. Und arbeiten geh ich auch. Aber das mach ich eher nebenbei, in meiner Freizeit.

Die Workingmum – dein Freund und Helfer

Immer ein offenes Ohr.
Immer für alle da.

Workingmums sind Wunderweiber. Mums generell auch … und Nicht-Mums sowieso. Gibts irgendwo ein Problem steht eine Workingmum parat und hilft wie und wo sie kann. Mal als Babysitter, mal als Chauffeur, mal mit Mehl (Insider!), mal mit Milch. Logisch oder? Als Workingmum hat man ja weder Stress aber viel Freizeit, da geht sich so selbstlose Nächstenliebe definitiv aus.

Und jetzt mal kurz den Zynismus beiseite …

Was bedeutet Stress eigentlich? Und wer darf darüber urteilen ob jemand viel oder wenig Stress hat, gestresst ist oder sich furchtbar gestresst fühlt? Jeder hat Aufgaben, Vorhaben und Herausforderungen, beruflicher oder privater Natur, für die er oder sie sich bewusst oder unbewusst entschieden hat, Ziele die man erreichen möchte und einen Weg den man sich vorgenommen hat zu gehen. Die Geschwindigkeit und Intensität, sich diesen oder anderen Projekten zu stellen, sei bitte jedem selbst überlassen.

Es gibt Unterschiede zwischen Stress als Vollzeit-Arbeitskraft, Vollzeit-Mama und Workingmum. Für mich ist dieser Unterschied aber nach ca. 20 Fulltime-Berufsjahren-ohne-Kind und bald 4 Jahren als Vollzeit-Mama bzw. Workingmum eher auf der emotionalen Ebene anzusiedeln. Solls genetisch im Stammhirn verankert sein oder wo auch immer – die Prioritäten verschieben sich mit Kind, somit auch die Stress-Faktoren! Meine Meinung, ganz unwissenschaftlich. Gerne kann mich jemand an dieser Stelle aufklären und Einspruch erheben. Feedback willkommen.

So ähnlich sehe ich das beim „Reizwort“ Freizeit. Wo beginnt Freizeit und wo endet sie? Allein, mit Partner, mit Familie … oder ist es ausschließlich die moderne Me-Time? Beginnt sie, wenn ich den Arbeitsplatz verlasse – und was passiert mit ihr, wenn ich zu Hause meine beruflichen Mails am Handy neben Kinder-Pick-up, Mittagessenkochen und Wäschewaschen checke? OFF??? Achja, Freizeit. Soll jeder/jede doch machen was er/sie will in der Freizeit. Stressts euch halt nicht so furchtbar ……

Und jetzt noch ein Geständnis. Ja, ich würde aktuell behaupten mich stressts a wengal … und ja, ich freu mich, wenn die Baustelle vorbei ist, und wir endlich wieder mehr Familienfreizeit haben. Ja, und ich bin eine jammernde, sempande Workingmum. ABER – ich habe immer ein offenes Ohr für meine Mädls, egal ob mit oder ohne Kinder! Bitte jammerts – wir Mädls müssen zusammen halten, egal welchen Grund es fürs Jammern gibt! Wir dürfen jammern!

Aber generell gilt – alles selbst gemacht und selbst ausgesucht …
Und ich mag nix, garn nix, überhaupt nix von all dem Ausgesuchten missen!!!

In diesem Sinne … hat wer Mehl zu Hause?

4 Kommentare

  1. Ganz genau so ist es. Viele Leute fragen mich, wie ich das alles unter einen Hut bringe. Ja, das frag ich mich manchmal auch. Diese Phase heißt nicht von ungefähr „Die Rush Hour des Lebens“ – Vereinbarkeit ist kein Ponyhof: https://muttis-blog.net/die-rush-hour-des-lebens-mama-in-der-vereinbarkeitsfalle/
    Und jammern hilft bei der Psychohygiene. Nur sollten wir uns zwischendurch auch mal auf die Schulter klopfen (durchaus selbst, wenn’s kein anderer tut!) und sehen, WAS wir tagtäglich so ALLES SCHAFFEN!
    In diesem Sinne: Ich klopf dir auf die Schulter!

  2. Danke für den Text und vor allem die richtig typisch österreichischen Wörter drinnen – haben mich amüsiert und an meine Schreibe erinnert. Ich find nämlich auch, die gehören hie und da einfach rein! 🙂 Und ja, mich stresst’s auch ein wengal. Aber ich glaub, sudern dürfen wir alle nicht. Also, dass das niemand hören will – egal, ob Mama mit Kindern daheim, Mama ohne Kinder in der Arbeit oder grundsätzlich nur Mensch. Hab unlängst darüber geschrieben, wie’s mir manchmal beinah zu viel wird: http://www.mini-and-me.com/vereinbarkeit-du-kannst-mich-mal/ Wünsch dir gute Nerven! 🙂

    • Caroline

      vielen dank für dein feedback, jeannine! ja, das vereinbarkeitsthema ist ein massives. und es bedarf phasenweise wirklich guter und starker nerven. man ist selten allein, und es gibt genügend andere mamas und auch papas, die ebenfalls mit sich und der vereinbarkeit strudeln. aber solche tollen beiträge wie der deinige oder von anderen familienblogs.at sind immer wieder motivator und seelentröster auf solchen zähen durststrecken. ich wünsch dir ebenfalls viel energie und kraft für all deine spannenden projekte! 🙂

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